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Großlandschaft Haardtgebirge
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Felsenlandschaft Waldreiche Mosaiklandschaft
171.0 Trifelsland
Bei diesem Landschaftsraum handelt es sich um eine beckenartige Aufweitung des Queichtals, die durch Ausräumung des anstehenden Unteren Buntsandsteins und des Oberrotliegenden entstanden ist. Dieser Abtragungsprozess hat auch die Nebentäler, insbesondere des Dernbachs und Eußerbachs, erfasst. Im Osten bildet eine Engstelle des Queichtals bei Albersweiler den Abschluss des Talbeckens. Die Engstelle ist auf einen Riegel von widerstandsfähigem Gneis zurückzuführen, der in einem großen Steinbruch abgebaut wird.

Das Gebiet hebt sich durch markante Felsbildungen und zahlreiche Burgen hervor. Das Wahrzeichen des Landschaftsraums ist die Gruppe kegelförmiger Berge von Trifels, Anebos und Münz mit den gleichnamigen Burgruinen. Die Reichsfeste Trifels dominiert das Talbecken und ist schon in der Rheinebene von weitem sichtbar. Ihrer zentralen Bedeutung entsprechend war sie von einem Ring von Wachburgen umgeben. Trifels, Anebos und Münz sind ebenso wie der Rehberg, Orensberg oder Hohenberg als Reste der Trifelsschichten des Buntsandsteins anzusehen und durch eine scharfe Kante von den darunter lagernden Schichten des Unteren Buntsandstein abgesetzt. Dieser wiederum bildet Terrassenreste am Rande der Verflachungen des Talbeckens im Oberrotliegenden.
Blick vom Rehberg auf Annweiler und Trifels B. Ullrich
Das Trifelsland ist zu zwei Dritteln bewaldet. Die Böden im Oberrotliegenden sind jedoch zumindest im Vergleich zu den kargen Böden des Buntsandsteins fruchtbar und ermöglichten landwirtschaftliche Nutzung. So entstanden innerhalb der umgebenden geschlossenen Wälder Rodungsbänder in den Tälern und an flachen Hangfüßen.
Trifels, Anebos, Münz - im Vordergrund Annweiler B. Ullrich
In den Talgründen dominieren Wiesen und Weiden, oft im Übergang zu Feuchtwiesen. Lokal finden sich Relikte früherer Wiesenbewässerung (sog. Wiesenrückenbau). Die Hänge sind durch abwechslungsreiche Offenlandkomplexe mit Magerwiesen, Streuobstbeständen, Hecken und Gebüschen sowie örtlich Hohlwegen gekennzeichnet. Auch der Weinbau dringt noch inselartig auf höher gelegenen, südexponierten Standorten vom Haardtrand ins Trifelsland vor. Zum Haardtrand hin treten vereinzelt Trockenstandorte mit Halbtrockenrasen oder Trockenwäldern auf.

Die Besiedlung des Raumes und die Entstehung von Dörfern erfolgte in den Talgründen. Im Schutze des Trifels entwickelte sich das Städtchen Annweiler an der Queich und hat sich von dort auf die umgebenden Unterhänge ausgedehnt.

Ein Relikt frühgeschichtlicher Besiedlung ist der Ringwall auf dem Orensberg mit Opferschale.