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Großlandschaft Hunsrück
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Waldlandschaften
240.0 Binger Wald
Der Soonwald in seiner Gesamtheit ist eines der größten geschlossenen Waldgebiete Westdeutschlands. Der Binger Wald repräsentiert dessen Ostteil zwischen dem Durchbruch des Rheins im Binger Loch und dem Guldenbachdurchbruch. Vom Niveau des Rheins (75 m ü.NN) steigen die steilen Hänge in nur 2 km Entfernung auf über 600 m ü.NN an, so dass eine ungewöhnlich hohe Reliefenergie besteht. Der ebenfalls steile und geschlossene Anstieg von den nördlich anschließenden Hunsrückhochflächen zum Binger Wald beträgt 200 bis 300 m. Nach Süden fällt der Binger Wald sanfter ab und geht in den vorgelagerten Sockel des Vorlandes über.
Blick vom Salzkopf über den Gebirgszug B. Ullrich
Von den drei Quarzitkämmen des Großen Soons setzt sich der nördliche als Hauptkamm des Binger Waldes fort, der mit dem Kandrich (637 m ü.NN) seinen höchsten Punkt erreicht. Der mittlere bildet hier nur noch untergeordnete Kuppen, während der südliche Kamm tief abgesunken als Horetriegel bereits im Vorland liegt.
Blockschutthalden auf dem Auerhahnkopf B. Ullrich
Der Landschaftsraum ist bis auf einzelne Waldwiesen sowie randliche Einbuchtungen aus benachbarten Landschaftsräumen vollständig bewaldet. Der Keltenring am Ohligsberg am Ostrand des Binger Waldes sowie zahlreiche Hügelgräber zeugen vonfrühgeschichtlicher Besiedlung. Heute ist der Binger Wald abgesehen von einzelnen Gehöften, Forsthäusern und einem Wochenendhausgebiet am Südrand unbesiedelt.

Die Wälder bestehen etwa zur Hälfte aus Laubwald, zu einem Drittel aus Nadelwald und zu einem Sechstel aus Mischwald. Bemerkenswert ist der Anteil alter Waldbestände. Im Binger Wald ist das Gewässernetz intakt, die Bäche sind naturnah ausgeprägt.

Besonders hervorzuheben ist das Naturschutzgebiet Morgenbachtal, das durch steile, felsige Hänge mit Trockenwäldern und Gesteinshaldenwäldern geprägt ist. Solche Waldbestände kommen auch auf den felsigen Kuppen des Binger Waldes (z.B. am Auerhahnkopf) sowie an den Hängen zum Rheintal und Guldenbachtal vor.