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Großlandschaft Hunsrück
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Waldlandschaften
240.11 Grosser Soon
Der Soonwald in seiner Gesamtheit ist eines der größten geschlossenen Waldgebiete Westdeutschlands. Der Große Soon repräsentiert seinen breitesten und längsten Hauptteil zwischen den Durchbruchstälern von Simmerbach und Guldenbach, in dem alle drei Quarzitsättel als Härtlingskämme hervortreten. Die höchste Erhebung ist der Ellerspring (657 m ü.NN) und liegt auf dem mittleren Kamm. Der nördliche Kamm erreicht fast die gleiche Höhe. Der südliche Kamm ist in einzelne Kuppen mit Höhen bis 580 ü.NN aufgelöst.
Blick über den Soonwald von Burg Koppenstein B. Ullrich
Zwischen den Kämmen liegen gefällearme, flachsohlige Talmulden mit kleinen, durch Talwasserscheiden getrennten Bächen. In den Mulden lagern tonig-lettige Verwitterungsrückstände des Hunsrückschiefers, die unter dem aufliegenden Quarzithangschutt wasserstauend wirken. Häufig wurden diese Standorte entwässert. Dennoch haben sich hier Reste von Bruchwäldern und Moorwiesen bis heute erhalten.
Buchenwald B. Ullrich
Mehrere Kuppen sind im Gipfelbereich felsig oder durch Gesteinsblöcke geprägt. Bemerkenswert sind eine markante Felsmauer und größere Vorkommen von Blockhaldenwäldern im Bereich der Koppensteiner Höhe. Ansonsten sind Laubwälder, Mischwälder undNadelwälder am Bestandsaufbau gleichermaßen beteiligt. Das Waldgebiet zeichnet sich durch einen vergleichsweise hohen Anteil alter Waldbestände aus.

Waldfreie Bereiche sind auf einzelne Waldwiesen entlang der Bäche und Rodungsinseln um Gehöfte und Forsthäuser beschränkt. Hinzu kommen Randeinbuchtungen im Übergang zur südlich angrenzenden Soonwaldvorstufe. Unter den Waldwiesen sind die Glashütterwiesen und Landwiesen sowie die Wiesen im Naturschutzgebiet „Eschen“ mit größeren Komplexen von Borstgrasrasen, Feuchtwiesen und Seggenrieden hervorzuheben.

Die Fließgewässer sind naturnah. Hauptgewässer des Westteils ist der Lametbach, der den nördlichen Gebirgskamm nach Norden durchbricht. Im Ostteil ist es der Gräfenbach, der in einem engen, felsigen Durchbruch den mittleren und südlichen Kamm in südöstlicher Richtung passiert.

Am Durchbruch des Gräfenbachs durch den nördlichen Gebirgskamm zeugen Ruinen einer ehemaligen Eisenhütte ebenso wie ehemalige Eisengruben bei Argenthal und Tiefenbach von der früheren Bedeutung der Erzverarbeitung in der Region. Namen wie Glashütterweg geben Hinweise auf weitere ehemalige Siedlungsplätze. Heute ist das Waldgebiet bis auf einzelne Gehöfte und Forsthäuser unbesiedelt. Kulturgeschichtlich sind die Ruinen Koppenstein und Wildburg von Interesse.