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Großlandschaft Osteifel
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offenlandbetonte-Mosaiklandschaft
276.91 Prümer Kalkmulde
Die Einheit stellt eine schüsselförmige Kalkmulde mit zentralem Rücken und Teilsenken auf durchschnittlich 500 bis 550 m Höhe dar. Sie ist sowohl geologisch als auch durch ihre Nutzungsstrukturen deutlich von den waldreicheren umliegenden Landschaftsräumen abgegrenzt. Der zentrale Rücken aus wasserdurchlässigem Dolomit hebt sich über 50 m in einer Steilstufe gegen die wannenartig ausgebildeten Randbereiche der Mulde aus Mergelgestein heraus. Die Wasserscheide von Vlierbach bzw. Kyll und Nims, die im Südteil der Einheit in mehreren Quellbächen entspringt, quert die Einheit. Im Dolomit hat die Erosion tief eingeschnittene Engtäler mit schroffen Felsformationen wie in der „Schönecker Schweiz“ geschaffen, während im Mergel sanft eingetiefte Muldentäler die Landschaft weniger stark gliedern.
Hochfläche bei Wallersheim T. Weber
Wegen der Fruchtbarkeit der Böden ist die Prümer Kalkmulde überwiegend landwirtschaftlich genutzt. Wald beschränkt sich weitgehend auf das Naturschutzgebiet „Schönecker Schweiz“ und wenige kleine Waldflächen auf Kuppenlagen. Besonders im Naturschutzgebiet sind an den felsigen Hängen Trockenwälder und Gesteinshaldenwälder neben Laubwäldern und Nadelforsten vertreten.
Buchenwald mit Bärlauch bei Baselt T. Weber
In den übrigen Teilen der Prümer Kalkmulde überwiegen Ackernutzung und Wirtschaftsgrünland, die auch die breiteren Bachauen (insbesondere im Nimstal) einnehmen und dort die ursprünglichen Feuchtwiesen ersetzt haben. Magerwiesen und Halbtrockenrasen sind dagegen auf den trockenen und flachgründigen Böden des zentralen Dolomitrückens noch relativ weit verbreitet.

Die Einheit ist locker mit Straßen- und Haufendörfern sowie Weilern besiedelt. Viele Dörfer haben ihren ursprünglichen Charakter bewahrt. In den anderen ist zumindest der dörfliche Ortskern erhalten. Als historisch bedeutsame und landschaftsprägende Bauwerke sind die Ruinen Schönecken und Hartelstein bei Schwirzheim zu nennen.