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Großlandschaft Mittelrheingebiet
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Leitbild, Ziele, Maßnahmen
Tallandschaft - Mittelgebirge
290.0 Binger Pforte
Dieser Landschaftsraum umfasst den Eintritt des Rheins in das Rheinische Schiefergebirge und die enge Durchbruchsstrecke von Bingen bis Trechtingshausen. Der linksrheinische Teil ehört zu Rheinland-Pfalz, der rechtsrheinische ist hessisches Gebiet.

Der Rhein dominiert das Erscheinungsbild. Auf der linken Talseite ragen grandiose Felssteilhänge aus hartem Quarzit zum Binger Wald auf. Sie sind nur von schmalen Terrassenresten und einigen gefällereichen Kerbtälern gegliedert und bewaldet, während auf der hessischen Seite bei Aßmannshausen auch Weinbergsterrassen angelegt werden konnten.
Blick auf Bingen und das Binger Loch B. Ullrich
In diesem Talabschnitt ist der Rhein nur noch weniger als halb so breit wie in der Mainz-Gaulsheimer Rheinaue. Das sogenannte „Binger Loch“ markiert Quarzitklippen und Stromschnellen des Rheins, die erst durch Sprengungen dauerhaft für Schiffe passierbar gemacht werden konnten. Durch die Enge des Tals reichte der Raum an der Sohle kaum für Straße und Bahnlinie aus, so dass Dämme und Mauern angelegt werden mussten. Eine Besiedlung war nur im Bereich der Nahemündung und der flacheren Unterhänge des Rochusbergs in Bingen sowie in einer Talverbreiterung im Bereich weniger widerstandsfähigen Schiefers am Gleithang von Trechtingshausen möglich.

Die flacheren Hanglagen am Ortsrand von Trechtingshausen tragen Grünland, Streuobstwiesen und Weinberge. Ansonsten sind die steilen Talflanken durch trockenheitsgeprägte Wälder im Wechsel mit Gesteinshaldenwäldern und offenen Felspartien geprägt. Für den Wanderer bieten sie besondere Erlebnisse mit der Kreuzbachklamm und dem Teufelsfelsen bei Bingen.
Buhnen nördlich Bingen B. Ullrich
Bekannt sind die vielen Burgen des Mittelrheintals, von denen alleine in diesem Talabschnitt auf rheinlandpfälzischer Seite drei zu bewundern sind: Burg Sooneck, Burg Reichenstein und Burg Rheinstein. Auch der mittelalterliche Binger Mäuseturm, als Zollturm angelegt, mutet mit seiner Lage auf einer schmalen Rheininsel sehr geheimnisvoll an. Er markiert den Eintritt in die Talenge. In diesem Bereich wurden in der Außenkurve des Rheins Buhnenfelder angelegt, die altarmähnliche Strukturen wie Flussauenwälder und –gebüsche aufweisen.