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291.20 Andernach-Koblenzer Terrassenhügel
Die Einheit umfasst die linksrheinischen Hauptterrassenflächen zwischen Kranenberg bei Andernach und der Koblenzer Karthause, die zur Rheintalniederung in einer mäßig steilen Front abfallen. Sie stellt sich als Abfolge mehrerer nordostgerichteter Riedel mit Höhen von 180 bis 200 m ü.NN und dazwischen verlaufender muldenartiger Täler dar.

Den markantesten Talzug bildet das breite Muldental der Nette. Aufgrund der ausgedehnten Siedlungskörper im Raum Andernach/Plaid sind die Bachläufe insgesamt durch einen hohen Ausbaugrad gekennzeichnet. Allerdings ist insbesondere die Nettetalniederung mit dem uferbegleitenden Gehölzsaum und den Talwiesen als landschaftsprägende Struktur und als Erholungsraum hervorzuheben.

Wegen umfangreicher Rodungen mehrerer geschlossener Waldareale zwischen Eich und Rübenach zur Gewinnung von Ackerland und zum Abbau von Rohstoffen ist der Landschaftsraum heute zu rund 90% durch Offenland geprägt und Wald nur noch kleinflächig an steilen Talhangabschnitten vorhanden. Der verstärkte Abbau von Bims, Trass und Ton nach dem 2. Weltkrieg hat vor allem im Bereich Andernach/Weissenthurm und Miesenheim zu umfangreichen Reliefveränderungen und zur Entstehung von Natur aus zweiter Hand auf stillgelegten Abbauflächen mit Tümpeln und Weihern geführt.
Feldflur bei Plaid / Miesenheim T. Weber
Die übrigen offenen und unbesiedelten Bereiche sind überwiegend intensiv landwirtschaftlich genutzt, meistens in Form von Ackerflächen. Die Reste ausgedehnter Streuobstwiesen, die in der historischen Kulturlandschaft großflächig die Riedelhänge und Magerwiesen im Raum Kettig – Rübenach – Mühlheim eingenommen haben, sind noch in kleinen Restbeständen an den Hängen des Nettetals bei Miesenheim und entlang der Terrassenränder im Osten erhalten, im übrigen aber durch ausgedehnteIntensivobstkulturen ersetzt. Am östlichen Rand der Einheit bei Winningen vermitteln die ersten Weinanbauflächen zum Moseltal.
Im Nettetal T. Weber
Die größeren Orte Plaid, Miesenheim, Saffig, Kettig, Mühlheim und Bassenheim sind in den Bachtälern angesiedelt und ursprünglich bäuerlich geprägt. Besonders die Siedlungen im Nettetal und entlang der B 9 im Raum Andernach/Weissenthurm haben ein starkes Wachstum erfahren. Teilweise bestehen Ansätze zur Bildung geschlossener Siedlungsbänder durch Zusammenwachsen von Ortschaften. Neben zwei kleineren Dörfern (Eich, Biesholder) auf den Riedelflächen sind vor allem die Höfesiedlungen (Hengsthof, Pfaffenbrucherhof) charakteristisch für das Gebiet. Als historisch bedeutsame Einzelbauwerke sind das Schloss Bassenheim sowie das römische Landgut bei Winningen zu nennen.

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