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Großlandschaft Mittelrheingebiet
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Agrarlandschaften
291.230 Niedermaifelder Senke
Die überwiegend sanft gewellte Niedermaifelder Senke ist von den breiten Muldentälern des Nothbachs und seiner Nebenbäche durchzogen. Lediglich im Nordosten hat die zunehmende Tiefenerosion der zur Mosel entwässernden Bachläufe die Landschaft in breitere Riedel mit dazwischen liegenden tiefen Talkerben aufgelöst.
Landschaft zwischen Rüber und Gappenach S. Thees
Die Nutzungsstrukturen sind geprägt durch die lössbedeckten, fruchtbaren Ackerböden, die der Einheit den typischen Charakter einer Agrarlandschaft verleihen. Grünland, das in der historischenKulturlandschaft die Nutzung der Quellmulden und Bachniederungen bestimmte, ist durch Flurbereinigung und Intensivierung der Landwirtschaft auf wenige Restflächen reduziert. Vereinzelt sind hier noch kleinere Feuchtwiesen- und Röhrichtbestände erhalten (z.B. bei Rüber). Die Bachläufe sind zumindest in Teilabschnitten durch schmale begleitende Gehölzsäume als Landschaftsstrukturen wahrnehmbar.

Der einst sehr verbreitete Streuobstanbau entlang von Straßen und Wegen und auf den Ackerflächen ist heute nurmehr in kleineren Beständen im Osten (westlich Kobern und Lehmen) vorhanden. Dagegen erstrecken sich über weite Teile des Landschaftsraums (v.a. auf einer Linie Polch-Rüber-Dreckenach und nördlich Münstermaifeld) lineare, hangparallele Gebüschbestände, die die weite Agrarlandschaft gliedern. Insbesondere westlich Rüber bilden inmitten der landwirtschaftlichen Flur Trockengebüsche und Niederwaldreste, Magerwiesen und Halbtrockenrasen ein Mosaik wärme- und trockenheitsgeprägter Vegetation, das mit den Bachauen des Nothbachtalsystems verzahnt ist.
Feuchtgebiet bei Rüber S. Thees
Waldareale nehmen mit weniger als 10% nur untergeordnete Anteile in der Niedermaifelder Senke ein und bilden lediglich entlang der Kerbtalflanken im Osten und zwischen den Ortslagen von Rüber und Kalt nennenswerte Bestände. Dabei handelt es sich fast ausschließlich um Laubwälder, die an den Talrändern vereinzelt die niederwaldartige Nutzungsform erkennen lassen. An steilen Hangpartien sind sie als Trockenwälder mit felsigen Abschnitten, Halbtrockenrasen und Trockenrasen kombiniert. Im unteren Nothbachtal tritt kleinflächig Weinanbau hinzu, der zum Moseltal überleitet.

Das Siedlungsbild wird durch mehrere, z.T. größere bäuerlich geprägte Straßenund Haufendörfer, die im Bereich der Quellmulden angesiedelt sind und durch einzelne (ehemalige) Mühlen entlang des Nothbachs bestimmt. Typisch für die Kulturlandschaft des Maifeldes sind die bereits im Mittelalter angelegten Höfesiedlungen in der Ackerflur, die aus zwei oder mehreren Einzelhöfen bestehen.