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Großlandschaft Mittelrheingebiet
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Tallandschaft - Mittelgebirge
291.3 Unteres Moseltal
Das Durchbruchstal schneidet sich auf einer Länge von ca. 25 km unter Ausbildung zahlreicher Talmäander 150 bis 200 m tief in das Rheinische Schiefergebirge ein. Die Talhänge sind aufgrund des häufigen Wechsels von Hunsrückschiefer und Quarzit, der östlich von Alken abgebaut wird, lebhaft gegliedert. Mehrere steile Nebentälchen, insbesondere zwischen Burgen und Oberfell, haben die Talhänge tief zerschnitten. Die Flanken brechen nach oben gegen die Terrassenkante mit einem markanten Hangknick ab.

An den wärmebegünstigten Lagen sind die Talhänge häufig im Rahmen der weinbaulichen Nutzung terrassiert. Sie sind verzahnt mit Brachen und Gebüschbeständen, die zu den waldreichen, nordexponierten Hängen überleiten. Im Gegensatz zu der stark anthropogen überprägten Talsohle sind diese, ebenso wie die Seitentäler, durch naturnahe Komplexe aus naturnahen Laubwäldern (darunter Trocken- und Gesteinshaldenwälder), Niederwäldern, Trockenrasen und offenen Felsen gekennzeichnet.
Alken S. Thees
Die gesamte Talniederung wird intensiv durch Siedlungs- und Verkehrsflächen beansprucht, die weite Teile der ehemaligen Talwieseneinnehmen. Trotz des Ausbaus der Mosel zur Schifffahrtsstraße mit Stauhaltung blieb der Flusslauf als solcher weitgehend erhalten und prägt das Landschaftsbild stark mit. Naturnahe Uferbereiche mit Auenwäldern sind in wenigen Restflächen, vor allem auf den Inseln, erhalten.
Weinberge bei Hatzenport S. Thees
Im Übergang zu den Terrassen dominiert Ackerbau, insbesondere auf der linken Moselseite. Dagegen werden die weniger steilen Talränder von größeren Grünlandbeständen,{pic_02_re}z.T. mit artenreichem Magergrünland und häufig in Kombination mit Streuobst, geprägt (z.B. bei Dieblich, Winningen, Niederfell und Burgen).

Mehrere Weinorte säumen die Talniederung an der Mündung der Seitenbäche und erstrecken sich auf den sanft geneigten Gleithängen. Darüber hinaus weisen die Vielzahl der auf den Terrassenspornen gelegene Burgen (Thurant, Bischofstein, Oberburg und Niederburg bei Kobern) sowie Schloss Gondorf und das Kloster Kühr auf eine altbesiedelte, sehr geschichtsträchtige Landschaft hin.