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Großlandschaft Westerwald
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offenlandbetonte-Mosaiklandschaft
323.1 Oberwesterwälder Kuppenland
Das Oberwesterwälder Kuppenland präsentiert sich als hügeliges und zerriedeltes Hochland aus ausgedehnten Basalt- und Tuffdecken. Es weist ein Gefälle vom Norden mit Höhen um 480 m ü.NN nach Süden mit etwa 380 m ü.NN auf.

Deutlich äußert sich der Übergang vom Hohen Westerwald mit der Westerwälder Basalthochfläche zum Oberwesterwälder Kuppenland in einem stufenartigen Geländeabfall von mindestens 30 m. Dieser Reliefknick ist südlich von Rennerod und nördlich von Westerburg sehr gut erkennbar. An anderen Stellen vollzieht sich der Übergang allmählicher, da die aus dem Hohen Westerwald nach Süden fließenden Gewässer eine gewisse Nivellierung geschaffen haben. Gegenüber dem Hohen Westerwald ist die Landschaft stärker zertalt. Basaltkuppen, Hügel und Rücken treten deutlicher hervor.
Landschaft bei Herschbach B. Ullrich
Das Gewässernetz der Landschaft ist vergleichsweise dicht. Die vielfach noch naturnah verlaufenden Bäche entwässern in meist breit ausgeräumten Muldentälern zum Elbbach, im Westen zum Saynbach, im Süden zum Gelbach als den Hauptgewässern des Landschaftsraums. Der Seebach bei Stahlhofen wurde zu einem See aufgestaut. Der Wiesensee ist mit 130 ha die größte Wasserfläche des Kuppenlandes. Außerdem weist die Landschaft eine Vielzahl von Weihern und Teichen sowie Gewässern in ehemaligen Tonabbauflächen und Basaltsteinbrüchen auf.

Die Landschaft hat einen überwiegend offenen Charakter. Wälder gliedern die Landschaft in kleineren Beständen. Besonders markieren sie die zahlreichen Basaltkuppen. Der Waldanteil hat durch Aufforstungen von Huteweiden hauptsächlich mit Fichten zugenommen. Dadurch ist auch der Nadelwaldanteil im Kuppenland auf über 50% gestiegen.
Weltersburg B. Ullrich
Die waldfreien Bereiche werden überwiegend als Grünland genutzt. Ackerbau spielt aufgrund des feuchtkühlen Klimas und der schweren, häufig staunassen Böden nur eine untergeordnete Rolle in breiten Tälern und auf Sattellagen.

Die Wiesen und Weiden sind stellenweise mit Heiden, Halbtrockenrasen und Huteweiden verzahnt und bilden noch heute größere zusammenhängende Komplexe mit extensiven Nutzungsformen. Streuobstbestände prägen das Umfeld vieler Siedlungen und sind oft auch noch großflächig erhalten.

In manchen Tälern und Quellmulden prägen Feuchtwiesen das Bild. Besonders ausgeprägt ist dies z.B. oberhalb des Wiesensees.

Aus kulturhistorischer Sicht ist Westerburg als frühere Residenzstadt mit Schloss hervorzuheben, ebenso Schloss Molsberg im südlichsten Zipfel des Gebietes. Westerburg und umliegende Ortschaften sind in jüngerer Zeit deutlich gewachsen. Die übrigen Siedlungen des Landschaftsraums haben ihren Charakter als kleinere Haufen- und Straßendörfer weitgehend erhalten.

An die Bedeutung des Bergbaus erinnert der Steinkohleschacht St. Anna bei Kaden.