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Großlandschaft Westerwald
Informationen zur Großlandschaft
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offenlandbetonte-Mosaiklandschaft
324.7 Dierdorfer Senke
Die Dierdorfer Senke ist eine flache, von rund 325 m ü.NN auf 275 m ü.NN nach Südwesten geneigte Eintiefung am Ostrand des Niederwesterwaldes. Ihre Oberfläche wird von einer Abfolge niedriger und flachhängiger Hügel gebildet. Ein Teil der Hügel ist vulkanischen Ursprungs. Zwischen den Hügeln erstreckt sich ein Netz von sanft ausgeformten Tälern und Dellen.

Westlich von Herschbach befinden sich großflächige Quarzitabbaue, die die Landschaft wesentlich geprägt haben. Am Bittersberg wird Basalt gebrochen. Ehemalige Steinbrüche befinden sich am Schenkelberger Kopf (Basalt) und am Hahn südlich von Selters (Trachyt).
Landschaft bei Hartenfels B. Ullrich
Das Fließgewässernetz wurde schon früh ausgebaut, um die Nutzbarkeit für die Landwirtschaft zu verbessern. Am Holzbach zwischen Dierdorf und Hedwigsthal hat man bereits begonnen, das Gewässersystem wieder zu renaturieren.
Abbaugewässer bei Herschbach B. Ullrich
In den Talniederungen wurden vielfach die Bäche zu Fischteichen und Mühlenteichen aufgestaut. Durch den Quarzitabbau entstanden im Bereich Herschbach ebenfalls etliche kleinere und größere Abgrabungsgewässer. So sind Stillgewässer in der Teichlandschaft um Herschbach und bei Hof Roth zu einem prägenden Landschaftsfaktor geworden. Die Dierdorfer Senke ist heute etwa zu einem Drittel bewaldet. Der Wald beschränkt sich inselförmig auf die Höhenrücken zwischen den offenlandgeprägten Bachtälern und Dellen. Westlich von Herschbach wurden großflächig ehemalige Heiden mit Nadelbäumen aufgeforstet.

Die Senke weist durchweg weiträumige Feld- und Weidefluren auf. Ackerland nimmt die weniger staunassen Böden außerhalb der Niederungen ein. Die breiten Bachtäler mit ihren anmoorigen Böden sind feuchte Wiesengründe. Feuchtwiesen sind heute noch relativ häufig vorhanden, selten mit Röhrichten und Seggenrieden (wie bei Goddert). Magerwiesen und Streuobstbestände sind rar (bei Raubach und Rückeroth). Eine kleine Besonderheit als Relikt einer früher weitverbreiteten historischen Nutzungsform stellen die Huteweiden bei Hartenfels und Steinen dar.

Das Gebiet ist dicht besiedelt. Die Siedlungen entstanden entlang der Bachtäler und in den Bachursprungsmulden. Selters und Dierdorf haben kleinstädtischen Charakter. Diese Orte und manche Dörfer wie Herschbach haben sich in den letzten Jahrzehnten durch starkes Flächenwachstum und Ansiedlung von Gewerbe und Industrie deutlich verändert.

Als historische Bausubstanz ist auf die Burg Hartenfels hinzuweisen, die auf einer vulkanischen Kuppe über dem gleichnamigen Ort thront und von weitem sichtbar ist.