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Informationen zur Großlandschaft
Leitbild, Ziele, Maßnahmen

Stadtlandschaft
ST4 Stadtlandschaft Trier- Konz
Trier weist als älteste Stadt Deutschlands und zeitweise römische Hauptstadt ein sehr geschichtsträchtiges Stadtbild auf, das von einer Vielzahl von Kirchen, insbesondere Dom und Konstantins-Basilika, alten Stadtvierteln sowie den bekannten römischen Bauten (Porta Nigra, Amphitheater, Thermen) geprägt ist. An der Mosel sind besonders die Silhouetten der Stadtteile Pallien und Pfalzel sowie die Kulisse der Felsen von Pallien bis Biewer prägend. Weitere stadtbildprägende historische Bauten sind z.B. das Schloss Monaise und das Kloster Karthaus sowie die ehemaligen Kasernen auf dem Petrisberg.

In wesentlichen Teilen wird das Trierer Moseltal aber auch von großflächigen Gewerbegebieten geprägt, insbesondere in den Bereichen Saarmündung, Granahöhe, Euren/Zewen, Trier-Nord und Ehrang.

Die Stadtlandschaft wird im Nordwesten von den bewaldeten Hängen am steilen Anstieg zur Eifel deutlich begrenzt. Im Süden und Südosten blieben die Steilhänge bei Konz/Karthaus sowie Petrisberg und Grünberg unbebaut und bilden die Stadtkulisse bzw. Grünzäsuren. In den weniger steilen Lagen haben sich die Städte Trier und Konz auch auf die anschließenden Hochflächen entwickelt, wobei z.T. völlig neue Siedlungsansätze entstanden (Roscheid, Trimmelter Hof). Auch sonst dominieren Neubaugebiete im Erscheinungsbild inzwischen weitgehend über die alten Ortskerne der Trierer Stadtteile.

Bei dieser Entwicklung in die anschließenden Plateauflächen wurden die Haupttäler und markante steile Hänge bislang ausgespart und sorgen für eine Gliederung des Stadtbildes und Vernetzung der Kernstadt mit dem landschaftlichen Umfeld. An innerstädtischen Grünanlagen sind in Trier besonders zu erwähnen: Moselpromenade, Alleenring, Nells Park, Thermen, Tiergarten sowie diverse Grünanlagen in den Talzügen.

Entwicklungsziele (Schwerpunkte) und Maßnahmen:

• Sicherung und Förderung des durch zahlreiche historische Bauten geprägten Stadtbildes von Trier als ältester Stadt Deutschlands;

• Sicherung der Kulisse der steilen bewaldeten Hänge und Felswände im Nordwesten;

• Sicherung der Steilhänge bei Konz/Karthaus, der Hänge des Petrisbergs und des Grünbergs als unbebaute, stadtbildgliedernde und kulissenbildende Strukturen;

• Sicherung von Mosel und Saar einschließlich ihrer Uferbereiche bzw. Auen als Hauptachse des Freiflächensystems und gestalterische Leitstrukturen;

• Freihaltung der noch landschaftlich geprägten Bereiche der Talsohle bei Zewen/Igel und Biewer/Pfalzel sowie an der Kyllmündung als Gegengewicht zu den ausgedehnten Industrie- und Gewerbeflächen;

• Sicherung bzw. Entwicklung der Seitentäler als Grünachse zwischen Mosel und der umgebenden Landschaft: insbesondere Olewiger Bach, Biewerbach, Kyll, Konzer Tälchen, Berendsgraben, Fuchsgraben, Maarbach;

• ergänzend Entwicklung durchgängiger Grünverbindungen im Trierer Norden;

• Freihaltung des Löllbergs und Kobenwalds als Siedlungszäsur zwischen den Städten Konz und Trier;

• Gestalterische Aufwertung der Industrie- und Gewerbegebiete: aufgrund der hohen Einsehbarkeit von den Randhöhen des Mosel- und Saartals in diesem Stadtlandschaftsraum von besonderer Bedeutung;

• Sicherung der Blickbeziehungen von der Stadt ins landschaftliche Umfeld, insbesondere zu markanten Punkten wie z.B. Petrisberg, Mariensäule, Granahöhe, und umgekehrt von geeigneten Aussichtspunkten auf die Altstadtbereiche und die Flusslandschaft in der Stadt.


Trier S. Thees